Der stationäre Einzelhandel in den Highstreets hat längst auf den Online-Handel reagiert, um der Konkurrenz aus dem Internet zu begegnen und entwickelt neue Retail-Konzepte mit einem viel höheren Charakter der Shop-Flächen als „Showrooms“, oder attraktive Gastronomieformate mit hoher Aufenthaltsqualität und einem unverzichtbaren kulinarischen sowie Erlebnischarakter. Eine Regel besagt „You can’t do business with hungry customers” – mit der Konsequenz, dass die Integration von gastronomischen Angeboten in den konventionellen Handel deutlich erhöht wird, um so – neben der Frequenz – vor allem auch die Verweildauer der KundInnen im Geschäft oder in einer Einkaufsstraße zu steigern.

Der moderne Handel bedient sich moderner Gastrokonzepte. Das Unterscheidungsmerkmal zu E-Commerce-AnbieterInnen liegt in der sogenannten „Festivalisierung“ bzw. „Eventisierung“. AnbieterInnen setzen auf den Erlebnischarakter und konzentrieren sich – neben dem eigentlichen Produkt – vor allem auf das Kauf-Event und die Marke.

Als Paradebeispiel für diese Entwicklung gilt das italienische Konzept Eataly, das neben zahlreichen Shops weltweit, im November 2015, gemeinsam mit SIGNA Retail, auch in der umgebauten Münchner Schrannenhalle den ersten europäischen Standort außerhalb Italiens eröffnet hat. Auf rund 4.500 Quadratmetern sind zahlreiche Restaurants und Essensstände angeordnet – hinzu kommen eine sehr große Einkaufsfläche mit rund 10.000 italienischen Feinkostprodukten, eine Kochschule mit regelmäßigen Kursen sowie ein großer Weinkeller.