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Strategische Neuausrichtung nimmt Fahrt aufNeue Perspektiven bei kika/Leiner

SIGNA Retail

Jeder fünfte Euro im österreichischen Möbelhandel lässt in einer Filiale von kika oder Leiner die Kassen klingeln. Dank der Übernahme durch SIGNA Retail ist die Zukunft der Möbelkette gesichert – die österreichische Lösung bringt dem Traditionsunternehmen eine nachhaltige abgesicherte Perspektive.

Die traditionsreichsten Geschichten aus Österreich beginnen mit dem Doppeladler – und auch in diesem Fall ist es nicht anders: 1910 in der Ära von Kaiser Franz Joseph I. gegründet, ist Leiner ein echtes österreichisches Traditions- unternehmen. Handschlagqualität, Kundenservice, Kundennähe:

Diese Attribute bildeten jahrzehntelang die solide Basis für die Geschäfte des Einrichtungshauses von Rudolf Leiner Senior am Rathausplatz im Herzen der heutigen niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten. Erst in den Jahren des Wiederaufbaus begann die Expansion – zunächst innerhalb der Stammregion, 1960 wurde dann in Wiener Neustadt, der ursprünglichen Heimat der Familie Leiner, eine zweite Filiale eröffnet. 1962 folgte Bruck/Mur, und zwei Jahre danach eröffnete ein Geschäft auf der Mariahilfer Straße in Wien seine Pforten.

Szenenwechsel, Frühjahr 2018: Wenige Jahrzehnte später steht das Unternehmen, seit den 70er Jahren um die zweite Marke kika erweitert, vor Schwierigkeiten. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Die Anfänge des Einrichtungshandelsunternehmens waren bis zum Verkauf an einen ausländischen Investor von der Politik der überlegten Schritte geprägt, und das Unternehmen wurde von einem stabilen Management geführt.

Bei den heute im Handel allgegenwärtigen Eigenmarken war kika/Leiner einer der Pioniere, wenn auch das Konzept nicht mit dem notwendigen Fokus verfolgt wurde. Zudem startete kika/Leiner lange vor den Mitbewerbern mit den heute allgegenwärtigen „Hundetankstellen“ für die vierbeinigen Einkaufsbegleiter in den Filialen Ideengeber und Partner dabei war die bereits zu dieser Zeit sehr erfolgreiche Fressnapf-Kette von Torsten Toeller, heute Gesellschafter der SIGNA Holding GmbH.

Spätestens seit der Zeit der Übernahme gelang es jedoch nicht mehr, ein solides Konzept vorzulegen – stattdessen fanden laufend Richtungsänderungen statt. Die Summe dieser Versäumnisse wie verfehlte Investitionen, mangelnde Positionierung der Marken, laufende Strategiewechsel und fehlende operative Excellence führten zu den besagten Schwierigkeiten. Mit der Übernahme durch SIGNA Retail ist die Zukunft nun abgesichert. kika/Leiner bekommt mit SIGNA Retail die Chance, sich neu zu positionieren. Klare Aufgabenstellung für Dr. Stephan Fanderl, Geschäftsführer von SIGNA Retail: Zunächst wird ein umfassendes Sanierungs- und Zukunftskonzept erarbeitet. „Dabei werden alle Strukturen und Prozesse überprüft und zukunftsfähig gemacht,“ sagt Fanderl: „Alle Anstrengungen müssen parallel darauf ausgerichtet werden, operativ besser zu werden und die Filialrentabilität zu steigern.“

Dass SIGNA es kann, ist erwiesen: Der Name SIGNA steht seit jeher für sorgfältige und nachhaltige Restrukturierungen. So hat gerade das Team um Fanderl es binnen kürzester Zeit geschafft, das Ruder bei Karstadt in Deutschland herumzureißen und in die Gewinnzone zu kommen.

Wirtschaftstreibende wissen: Ein solches Kunststück gelingt nur, wenn ein Sanierungskonzept überlegt erstellt und genau verfolgt wird – und das steht auch kika/Leiner bevor. Für kika/Leiner sind als Teil von SIGNA Retail nun die Weichen Richtung Zukunft gestellt. Durch die gemeinsame Anstrengung der Vertreter von SIGNA Retail und der Mitarbeitervertreter konnte in wenigen Wochen ein Sozialplan erstellt werden, um ihnen den Weg in die Zukunft zu ebnen. Der Sozialplan umfasst dabei auch ein zusätzliches Budget für Mitarbeiter mit sozial besonderen Umständen sowie die Unterstützung und Organisation von eigenen Job- Coachings und Bewerbungshilfen.

Eine schlankere Struktur macht das Unternehmen zukunftsfit, eine neue Strategie wird erarbeitet, und ein neues Management, bestehend aus erfahrenen, angesehenen Branchenexperten, setzt den Plan Schritt für Schritt um. SIGNA ist dabei bekannt dafür, mit Bedacht vorzugehen, um Marke und Image zu bewahren. Auch bei kika/Leiner gilt es, die am Markt gut eingeführten Brands zu stärken, zum Ursprung zurückzukehren und sich wieder auf die Qualitäten der österreichischen Tradition im Möbelhandel zu besinnen.

Denn Potenzial am Markt ist für kika/Leiner vorhanden: Nach einer längeren Stagnation ist der heimische Möbelmarkt vergangenes Jahr laut Zahlen von RegioData Research um 2,8 % gewachsen. Der Gesamtumsatz des österreichischen Möbelmarktes lag 2017 damit bei rund 5,3 Mrd. Euro, die Flächenproduktivität stieg 2017 um 2,6 %. Durchschnittlich gab jeder Österreicher 746 Euro für Möbel und Einrichtungsgegenstände aus – Tendenz steigend. Und auch die Filiale ist aus dem Möbelhandel nicht wegzudenken: Der Onlineanteil in der Branche liegt im Vergleich zu anderen Sektoren bloß bei rund zehn Prozent.

Die Zukunft liegt gerade im Möbelhandel in der engen Vernetzung von stationärem und Online-Geschäft, sprich im Multichannel oder besser gesagt Omnichannel-Ansatz, meint auch Walter Wölfler, Head of Retail Österreich & CEE beim Immobiliendienstleister CBRE: Es gilt, alle vorhandenen Vertriebskanäle perfekt zu bespielen und den Kunden dort abzuholen, wo er sich gerade befindet, sei es in der Filiale, im Einkaufszentrum beziehungsweise auf der Shopping-Meile, wo sich die Filiale befindet, oder mit dem Tablet in der Hand auf dem heimischen Sofa. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kundenbindungsprogramme: „Mit der Digitalisierung erhalten die Konsumentinnen und Konsumenten einfachen Zugang zu immer mehr Marken, Produkten und Unternehmen.

Die Zahl der Möglichkeiten wird größer und größer, wodurch die Marken und Unternehmen immer härter um die Loyalität der Kunden kämpfen müssen. Konsumenten erwarten sich mehr und mehr, dass ihre Loyalität belohnt wird“, sagt Wölfler. Ein Weg, der bei kika/Leiner in der Vergangenheit viel zu wenig genutzt wurde, der aber künftig konsequent verfolgt wird, wie auch die aktuellen Aktivitäten zeigen.

Bei solchen Konzepten für die Zukunft schließt sich der Kreis zu den Anfängen von kika/Leiner: kika war schließlich bereits anno 1973 der Erfinder des Abholmarkt-Konzeptes im österreichischen Möbelhandel.